###   Projekte und Informationen rund um den KC85   ### 

BASIC-Programme

von Henning Räder

Alles um die DNS

Vor kurzem sah ich ein interessantes BASIC-Programm aus dem Jahr 1986 von Dr. Herren. Mit der ZX-Grafik wurde damit die Struktur der Desoxyribonuklein-Säure (DNS, engl. DNA) dargestellt. Erfreut stellte ich fest, dass schon sehr früh und immer wieder gern der ZX81 in der Naturwissenschaft eingesetzt wurde. Wie es der Zufall wollte, bekam ich fast gleichzeitig ein KC85/4-Programm in die Finger: “Molekulare Genetik“. Mit diesem kann man nach allen Regeln der Kunst verschiedene Eiweiße aus Bausteinen entstehen lassen und diese in die DNS einarbeiten. Das KC85/4-Programm ist recht lang – fraglich, ob es für den ZX81 umgeschrieben werden kann. Das habe ich aber geplant. Beim ZX81-Programm gab es bei der Bildschirmdarstellung ein Problem. Nach der Abbildung in einem meiner Lexika passte da einiges nicht zum Computerbild. Deshalb wandte ich mich an Dr. Herren. Er schickte mir freundlicherweise eine neue Version des Programms DNS, das das richtige Ergebnisbild brachte.

LINKS1.SSS ist das niederländische Originalprogramm. In INKS 1DT.SSS und NKS 1DT1.SSS wurden die Texte zum größten Teil ins Deutsche übertragen. Vor der Ausführung ist der Basicoder BAC854-C.SSS zu laden.

Weibull-Verteilung mit dem KC85

Bei der statistischen Auswertung von Messwerten und Daten aus Physik, Chemie, Medizin usw. spielen Verteilungsfunktionen eine wichtige Rolle. So ist zum Beispiel die Gauß-Normalverteilung mit ihrem Bild als symmetrische Glockenkurve sehr bekannt. Eher weniger geläufig sind spezielle Verteilungsfunktionen, wie z.B. die nach einem schwedischen Ingenieur benannte Weibull-Verteilung. Diese ist durch die Funktion

F (x) = 1 − e−(x/a)b

gegeben, wobei x ≥ 0 und a und b einzusetzende Parameter sind.

Vor längerer Zeit hatte ich bereits durch einen Fachartikel [1] Kenntnis von der Anwendung dieser Funktion im Bereich der Hochspannungskeramik, jedoch keine Computeranwendung gefunden. Aktuell kam mir der Zufall zu Hilfe, dass in [2] eine wunderbare Anwendung im Instandhaltungsbereich von technischen Anlagen beschrieben ist, die ich auf dem ZX81 umsetzen wollte. Dank der sehr wichtigen Hilfe von Thomas Rademacher am ZX81 und Elmar Klinder am KC85 war ich in der Lage, damit zu arbeiten. An beide mein bester Dank.

Im Einzelnen ist die Problematik in [2] genau beschrieben. Im Programm TAB1.SSS (entspricht dem Programm TABELLE in [2], statt EETAP und EETAH werden die Variablennamen ET und EH verwendet) muss der Formparameter b, der Skalenparameter a, die mittlere prophylaktische Erneuerungsdauer ED, die mittlere Havarie-Erneuerungsdauer ET und die Tabellenschrittweite H eingegeben werden. Dort, wo der Vorzeichenwechsel ist, liegt der Bereich des optimalen Erneuerungsintervalls. Das Programm NEWTON errechnet daraus das optimale Erneuerungsintervall TAU, während das Programm DAUERV die Dauerverfügbarkeit in der Nähe des optimalen TAU berechnet.

Die Programme NEWTON und DAUERV sind nicht auf der Beilagendiskette enthalten, ihre Listungs sind in [2] zu finden.

Literatur
  1. Heuschkel/Nadler: Festigkeit und Festigkeitsprüfung keramischer Werkstoffe, Institut für Rationalisierung der Elektrotechnik/Elektronik, Institutsteil Dresden, 1979.
  2. Kleinstrechner-Tips, Heft 9 S. 44–52, Berechnung optimaler Erneuerungsintervalle für die vorbeugende Instandhaltung mit Hilfe des Bürocomputers A5120, 1988.